WeITblick

Digitale Trainings für die Einwanderungsgesellschaft

Das Projekt WeITblick des Jenaer Vereins Drudel 11 e.V. widmet sich migrantischen Communities und schafft ein Angebot, welches sie dabei unterstützt, sich in unserer Gesellschaft zurecht zu finden.

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Unser Ziel

Wir arbeiten dafür an der Entwicklung eines IT-basierten, niedrigschwelligen und mehrsprachigen Begleitprogramms zu den Orientierungskursen für neu eingewanderte junge Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren. Geprägt ist die Zielgruppe in ihrer Situation dabei von Umbrüchen altersspezifischer und biografischer Art. Zeitgleich müssen sie sich in einer neuen Gesellschaft orientieren. Die Bewältigung dieser Herausforderungen ist sowohl für eine gesunde Identitätsbildung als auch einen gelingenden Integrationsprozess entscheidend. Das in Form einer App konzipierte Training möchte die jungen Geflüchteten dazu motivieren, die deutsche Gesellschaft mit ihren kulturellen, politischen und historischen Besonderheiten zu verstehen, um ihnen das Ankommen zu erleichtern und sie dabei zu unterstützen, eine eigene Perspektive in Deutschland zu entwickeln.

Unser Ansatz 

(Erzwungene) Migration ist eine besondere Situation, die eine mehr oder weniger ausgeprägte Vulnerabilität hervorruft, die für Außenstehende oft nicht ohne Weiteres erkennbar ist. Es können traumatische Trennungs- und Gewalterfahrungen zu bewältigen sein. Häufig bestehen zudem Unsicherheiten in Hinblick auf das Bleiberecht und extreme kulturell bedingte Differenzen. Die Migrationsforschung differenziert verschiedene Phasen des Migrationsprozesses, die durch starke emotionale Schwankungen geprägt sind. Probleme zeigen sich dabei häufig erst im späteren Verlauf. Da sich die Teilnehmenden an Orientierungskursen im Wesentlichen in einer frühen Phase des Aufenthalts befinden, möchte das Projekt individuelle, soziale und interkulturelle Kompetenzen vermitteln und somit wichtige Weichen für ihre weitere Entwicklung stellen.

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Anders geprägte Wertesysteme und Verhaltensweisen, die für Menschen, die anderswo sozialisiert wurden, oft schwer zu verstehen sind, dürfen nicht auf abstrakte Wissensvermittlung reduziert werden; sie müssen erfahrbar, lebendig sein. Die zu entwickelnden digitalen Trainingsmodule zielen demnach nicht vorrangig auf reine Informationsvermittlung über das Aufnahmeland und seine Werte: Eine personenzentrierte Ansprache ermöglicht das ganzheitliche Einbeziehen kognitiver wie auch affektiv-situativer Aspekte. Dazu dient etwa der multimediale, interaktive und spielerische Ansatz der App, an dessen Entstehungsprozess Jugendliche und junge Erwachsene der Zielgruppe von Beginn an beteiligt sind. Die Entwicklung der App ist dem Bedarf entsprechend in mehreren Sprachen vorgesehen, für die pädagogische Begleitung wird eigens ein Messenger-Dienst eingerichtet.

 

Das Projekt 

Gefördert wird das Projekt WeITblick vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds sowie durch das Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz. Das Projekt läuft vom 01.01.2021 bis zum 30.06.2022.