Opfer 

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) hat die Zahl der politisch rechts motivierten Straftaten bis 2016 zugenommen. Dabei sind die rechtsextremistisch motivierten Taten um 14,3 Prozent gestiegen.1 In der Statistik von 2017 wiederum sind die politisch motivierten Straftaten im Phänomenbereich Rechts um 12,9 Prozent zurückgegangen, liegen aber immer noch wesentlich höher als in den Jahren 2009 bis 2014.2 Die Dunkelziffer wird erheblich abweichen, da nicht jedes Opfer die Gewalttat anzeigt oder die Tat nicht als solche gewertet wird.  

Die Zahlen der Todesopfer Rechtsextremer Gewalt seit 1990 schwanken erheblich. Laut Medienberichten sei diese Zahl „[…] erheblich höher als von der Bundesregierung gemeldet. Recherchen von „Tagesspiegel“ und der „Zeit Online“ ergaben, dass in Deutschland seit 1990 mind. 169 Menschen von Personen mit extrem rechten Einstellungen getötet wurden. Bei weiteren 61 Todesopfern gibt es demnach starke Indizien, dass es sich um rechtsmotivierte Gewalttaten handelte. Die Bundesregierung hatte im Juni von 83 Toten seit der Wiedervereinigung gesprochen.“3 Unterschiedliche Statistiken von Polizei und Opferberatungsstellen haben viele Ursachen, beispielsweise sind sie durch unterschiedliche Definitionen von Gewalttaten erklärbar. 

Die Gewalt von Rechtsextremisten richtet sich vor allem gegen Menschen, die aufgrund ihres Aussehens, ihrer sozialen Schicht, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Religion oder Herkunft nicht in das Weltbild der rechten Szene passen. Gewalt ist dabei ein Mittel, um die politischen Ziele durchzusetzen oder ihren Hass an bestimmten Bevölkerungsgruppen zum Ausdruck zu bringen.  

Die Straf- und Gewalttaten werden meist von Gruppen ausgeführt. Die Opfer werden geschlagen, gefoltert und erniedrigt. In einigen Fällen sind Waffen im Spiel. Baseballschläger, Schlagringe, Messer, aber auch Schusswaffen, wie im Fall des NSU, bei dem 9 Menschen ermordet wurden.  

Die Gewalttaten wirken sich auf die Opfer meist ein Leben lang aus. Die Folgen sind Knochenbrüche, Schädelhirntraumata und andere bleibende gesundheitliche Schäden, vielmehr entstehen auch Ängste vor erneuten Übergriffen beeinträchtigen die Lebensqualität der Opfer stark. 

Für die Täter solcher Gewaltstraftaten sind Geldstrafen, Haftstrafen mit und ohne Bewährung die Folgen solcher Taten. Des Weiteren müssen sie sämtliche Kosten, die mit der Straftat in Verbindung stehen, übernehmen. Für viele Täter ist das der finanzielle Ruin, denn die Kosten sind enorm. Darüber hinaus werden die Straftaten, je nach Schwere der Tat, im Führungszeugnis vermerkt. Dies kann sich für den Täter dann problematisch gestalten, wenn ein potenzieller neuer Arbeitgeber für die Einstellung ein Führungszeugnis verlangt. Demnach hat eine solche Tat nicht nur erhebliche Folgen für das Opfer, sondern auch für den Täter und dessen gesamtes Umfeld. 

Quellenverzeichnis